Fertility Center Hamburg
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Die Gebärmutterschleimhaut unter der Lupe

Im Falle ungeklärter Ursachen bei mehrfachen Fehlgeburten oder auch beim Ausbleiben nachweisbarer Implantationen von mehreren Embryonen kann eine Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) sinnvoll sein, um dortige Störungen abzuklären. Es ist aber wichtig zu wissen, dass diese Testverfahren als experimentell zu verstehen sind, insbesondere da die Wirksamkeit der dann anschließenden Behandlung noch nicht durch ausreichende Studien belegt ist.

Implantationsfenster und ERA-Test

Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterliegt im Zyklusverlauf verschiedenen – vor allem hormonellen – Einflüssen, die zu Struktur- und Funktionsveränderungen führen. In den verschiedenen Phasen verändert sich die Zellfunktion und die Produktion von Zellbausteinen und Proteinen. Die Baupläne dazu finden sich in den Genen, die zyklusabhängig unterschiedliche Konstellationen zeigen. Eine bestimmte Genkonstellation ist zum Zeitpunkt der Implantation des Embryos typisch und richtig und kennzeichnet das sog. „Implantationsfenster“, das gewöhnlich 6 Tage nach der Ovulation zu finden ist.

In seltenen Fällen erscheint dieses Implantationsfenster verschoben nach vorn (z. B. 3 Tage nach Ovulation) oder nach hinten. Dieses lässt sich mit einer Untersuchung der Schleimhaut feststellen. Dabei wird zum üblichen Zeitpunkt im Zyklus eine kleine Probe entnommen und genetisch untersucht – der sogenannte ERA-Test. Im Falle der Verschiebung des Implantationsfensters muss der Embryonentransfer daran angepasst werden.

Immunologische Störungen bei der Implantation

Normalerweise ruft das Eindringen eines körperfremden Organismus eine Abwehrreaktion hervor – nicht jedoch der Prozess der Implantation des Embryos in die Schleimhaut: Dieser wird selektiv akzeptiert. Dafür sind besondere immunologische Mechanismen in der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich, die noch nicht vollständig erforscht sind.

Besonderes Augenmerk erlangt haben die sogenannten natural killer cells – besondere weiße Blutkörperchen, die hier spezielle Aufgaben haben und die offenbar in einer bestimmten Zusammensetzung notwendig sind, um den Prozess der Implantation zu steuern. Bei manchen Frauen scheint diese Zusammensetzung gestört, was mittels Untersuchung von Schleimhautbiopsien diagnostiziert werden kann.

Die Therapie solcher Störungen ist ebenfalls noch nicht etabliert und sollte eher im Rahmen von Studien erfolgen, an denen es möglich ist, sich zu beteiligen.

Chronische Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut

In seltenen Fällen lässt sich bei Frauen eine chronische Entzündung der Gebärmutterschleimhaut feststellen, insbesondere durch den Nachweis bestimmter Abwehrzellen, den sogenannten Plasmazellen. Dies geschieht durch eine Endometriumbiopsie. Im Falle einer chronischen Entzündung wird eine antibiotische Therapie über mehrere Wochen versucht. Auch in diesem Fall handelt es sich um eine experimentelle Behandlung.