Fertility Center Hamburg-Polkörper-Diagnostik (PKD)
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POLKÖRPER-DIAGNOSTIK (PKD)

Alle Paare wünschen sich nichts mehr, als ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Doch gerade wenn vielleicht die Partner etwas älter sind, machen sie sich Gedanken, ob bei ihrem Kind ein Risiko für eine Erkrankung vorliegt. Mit der Polkörper-Diagnostik (PKD) – genauer: Polkörper-Genetische-PK-Diagnostik – bieten wir ein Testverfahren auf Anomalien der mütterlichen Eizelle.

Das FCH hat bereits 2003 als erstes Zentrum die PKD in Hamburg etabliert, diese Diagnostik bisher weit mehr als 1500 Mal erfolgreich durchgeführt und somit langjährige Erfahrung auf diesem
Gebiet. Einen wesentlichen Anteil am Erfolg einer Schwangerschaft hat die Eizelle. Wenn die Frau älter wird, steigt aber die Zahl der Eizellen, deren Erbgut (Chromosomen) Fehlverteilungen aufweist. Diese Eizellen nisten sich jedoch häufig gar nicht erst in die Gebärmutter ein oder führen zu einer frühen Fehlgeburt. Nur wenige Embry-
onen mit chromosomaler Fehlverteilung erreichen Lebensfähigkeit. Die häufigste Chromosomen-Anomalie ist die Trisomie 21, die Kinder haben das so genannte „Down Syndrom“ (früher auch „Mongolismus“ genannt).
Chromosomen-Fehlverteilung
Mit der PKD können Chromosomen-Fehlverteilungen in der Eizelle erkannt werden. Die Polkörper-Diagnostik wurde entwickelt, um für den späteren Transfer in die Gebärmutterhöhle Eizellen mit Fehlverteilungen der Chromosomen von gesunden Eizellen zu unterscheiden, so dass nur letztere später in die Gebärmutter transferiert werden.

Die Polkörper sind Abschnürungen aus der Eizelle und entstehen während der Reifeteilung, werden aber für die spätere Entwicklung des Embryos nicht benötigt. Sie enthalten eine Kopie des Erbgutes der Eizelle – also in der Regel auch Hinweise auf dessen Fehlverteilungen.
Für die PKD werden die Polkörper der Eizelle entnommen und acht der Chromosomen (Chromosom X, 13, 15, 16, 17, 18, 21, 22) auf Fehlverteilungen geprüft. Störungen dieser Chromosomen können verursachen, dass keine Schwangerschaft oder eine frühe Fehlgeburt eintritt oder zur Geburt eines kranken Kindes führen. Aus technischen Gründen ist es derzeit nicht möglich, mehr als die acht genannten Chromosomen gleichzeitig zu untersuchen. Diese repräsentieren jedoch etwa 80% der möglichen Chromosomen-Fehlverteilungen.
Das Prinzip der Polkörper-Diagnostik
Mit Hilfe "genetischer Sonden" werden die acht ausgewählten Chromosomen im präparierten Polkörper markiert. Die so genannte FISH-Technik (nach Fluores- zenz-in-situ-Hybridisierung) macht dabei die Anzahl der Chromosomen sichtbar. So wird es möglich, Fehlverteilungen zu erkennen und diejenigen Eizellen für eine Befruchtung auszuwählen, die eine normale Ausstattung für die acht untersuchten Chromosomen aufweisen.
Sichtbare Chromosomen mitells Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH-Technik)
Wann ist eine PKD für uns sinnvoll?
Im Sinne des Embryonenschutzgesetzes untersucht eine PKD die gerade befruchtete Eizelle. Dies ist noch kein Embryo, da die mütterlichen und väterlichen Erbanlagen noch nicht miteinander verschmolzen sind. Die PKD der Eizelle prüft dementsprechend nur die mütterlichen Chromosomen, das Ergebnis bezieht sich deshalb auch nicht auf die Erbanlagen des Vaters. Allerdings können mit der FISH-Technik gegebe- nenfalls auch die Samenzellen auf Chromosomen-Fehlverteilungen untersucht werden. Eine PKD ist sowohl bei der IVF- als auch bei der ICSI-Methode möglich. In seltenen Fällen wird die Eizelle bei der Entnahme der Polkörper verletzt und kann nicht mehr transferiert werden. Ebenfalls sehr selten wird durch Schwierigkeiten bei der Präparation der Polkörper kein auswertbares Ergebnis für die Chromosomen-Untersuchung erzielt.


Die Entscheidung für eine PKD ist für jedes Paar eine ganz persönliche Frage. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber. Im Folgenden können wir nur einige ganz allgemeine Empfehlungen geben.

Etwa ab dem 35. Lebensjahr stellt die PKD eine empfehlenswerte Untersu- chungsmethode dar, denn die Zahl der Chromosomen-Fehlverteilungen bei Frauen über 35 Jahren steigt deutlich an. Mit dem 40. Lebensjahr weisen bereits etwa 75 bis 80% der Eizellen eine Chromosomen-Fehlverteilung auf. Durch den Einsatz einer PKD steigt die Chance auf eine normale Schwangerschaft.


Auch für jüngere Frauen ist dann ein deutlicher Vorteil zu erwarten, wenn nach zwei bis drei IVF/ICSI-Ver- suchen keine Schwangerschaft eingetreten ist oder die Schwanger- schaft durch eine Fehlgeburt endete. Bei diesen Patientinnen finden sich Chromo- somen-Fehlverteilungen von über 50% der Eizellen. Durch die PKD wird die Auswahl normaler und gesunder Eizellen verbessert. Und dadurch ist eine höhere Schwangerschafts- und Geburtenrate zu erwarten.

Unsere fünfjährige Erfahrung mit dieser Technik bestätigt: Bei Frauen über 35 Jahren lässt sich die Verlustrate an Schwangerschaften mit der Polkörper-Diagnostik senken.

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