
Der Stimulationszyklus erfolgt meistens nach einer erfolgreichen Vorbehandlung (langes Protokoll). Durch die zusätzliche Verabreichung natürlicher Hormone werden die Eibläschen – die Follikel – zum kontrollierten Wachstum angeregt. Die Hormongabe ist unkompliziert und kann mit leicht anzuwendenden Spritzen durch Sie oder Ihren Partner erfolgen. Ein Klinik-Besuch ist dafür nicht erforderlich. Nach acht bis zehn Tagen bitten wir Sie dann zu einem Kontrolltermin ins FCH.
Durch eine Stimulation wird das Wachstum der Follikel angeregt. Das erhöht die Chance auf die Gewinnung mehrerer Einzellen und somit auch den Erfolg der Behandlung!
Frauen ohne Vorbehandlung (kurzes Protokoll) beginnen nach einer Ultraschalluntersuchung mit einsetzender Blutung ab dem zweiten oder dritten Zyklustag direkt mit dem Stimulationszyklus. Etwa ab dem sechsten Behandlungstag wird dann ein so genannter GnRH-Antagonist – ein Hormon, das den vorzeitigen Eisprung verhindert – zusätzlich als Spritze gegeben. Am achten bis zehnten Tag kommen Sie zum Kontrolltermin ins FCH. Der behandelnde Arzt kann anhand der Entwicklung der Bluthormonwerte und der Ultraschallergebnisse den günstigsten Zeitpunkt für Ihre Behandlung festlegen.
Auch beim unkomplizierten Stimulationszyklus besteht ein gewisses Risiko eines Überstimulationssyndroms.
Grundsätzlich ist die Überstimulation während des Stimulationszyklus gewollt. Nur so können gezielt mehr Follikel für eine Befruchtung zur Reife gebracht werden, als dies auf natürliche Weise der Fall wäre. Bei einer hormonellen Stimulation bewegen wir uns also auf dem schmalen Grad zwischen erwünschter Überstimulation und einer Überstimulation, die unerwünschte Begleitsymptome mit sich bringt.
Diese Begleitsymptome entwickeln sich allerdings erst nach Gabe der HCG-Spritze, die den Eisprung auslösen soll. Etwa 5% der Frauen, besonders schlanke Patientinnen, Frauen mit verstärkter männlicher Hormonbildung und Frauen mit polyzystischen Eierstöcken klagen über negative Begleitsymptome. Eine starke Überstimulation kann zu erheblich vergrößerten Eierstöcken und vermehrter Bildung von Zysten führen – das sind mit bleibender Flüssigkeit gefüllte Follikel ohne Eizellen. Die Frau verspürt Übelkeit und Schmerzen im Unterbauch. In sehr seltenen Fällen muss diese Entwicklung in der Klinik beobachtet werden. Wichtig ist, reichlich Flüssigkeit – mindestens drei Liter täglich – und Eiweiß aufzunehmen.
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