• + + + Nächster Info-Abend im FCH: Mittwoch, 23.05.2012, Beginn: 18:00 Uhr, FCH Praxisklinik, Speersort 4, Anmeldung hier oder unter Tel.: 040 / 30 80 46 10 + + + 
Ihr Weg zum eigenen Kind
Therapien

Kryokonservierung

Bei einer Befruchtung außerhalb des Körpers (IVF/ICSI) sind die Schwangerschaftsraten am höchsten, wenn mehrere befruchtete Eizellen zur Auswahl stehen und für den Transfer eingesetzt werden können. Deshalb wird durch den Stimulationszyklus die Reifung von 5–15 Eizellen angeregt.

Sollte nach einer künstlichen Befruchtung keine Schwangerschaft eintreten, können zusätzlich befruchtete Eizellen tiefgefroren und einfach in einem späteren Zyklus für einen Embryotransfer verwendet werden.

Um das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften so gering wie möglich zu halten, werden bis zum 35. Lebensjahr nur zwei, danach im Einzelfall auch drei Eizellen zum Embryonalstadium kultiviert und dann als Embryonen in die Gebärmutterhöhle eingebracht.

Die restlichen befruchteten Eizellen können tiefgefroren (kryokonserviert) werden und stehen dann in einem späteren Zyklus für einen Embryotransfer bereit. Das kommt den Eierstöcken zugute. Denn so kann für einen oder mehrere Zyklen auf die erneute Stimulation mit Hormonspritzen, die Follikelpunktion oder die Durchführung der ICSI-Methode verzichtet werden.

Die Kryokonservierung in flüssigem Stickstoff bei –196 °C ist ein kompliziertes und technisch aufwändiges Verfahren, das mehrere Stunden dauert. Eine nachteilige Wirkung auf Eizellen, Embryonen oder auf geborene Kinder wurde bisher nicht beobachtet. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass – auch wenn die Wissenschaft dies verneint – das Einfrieren einer Pronucleus-Eizelle möglicherweise ein unbekanntes Risiko für den entstehenden Embryo bedeutet (z.B. Chromosomen-Veränderungen).

Nicht alle gewonnenen Eizellen eignen sich für die Kryokonservierung. Schon vorher werden sie deshalb sorgfältig ausgewählt. Einige der eingefrorenen Eizellen überstehen eventuell das Auftauen nicht. In äußerst seltenen Fällen entwickeln sich die Eizellen nach dem Auftauen nicht weiter.

Was sind Eizellen im Vorkern-Stadium?

Aus rechtlichen und ethischen Gründen werden beim FCH nur Eizellen tiefgefroren, die sich kurz nach dem Kontakt mit dem Samen im Vorkern-Stadium, dem so genannten Pronucleus-Stadium, befinden. Das heißt, die Zelle hat zu diesem Zeitpunkt noch keinen gemeinsamen Zellkern und die Embryophase somit noch nicht erreicht.

Die eigentliche Befruchtung findet erst einige Stunden später statt. Denn erst bei der Verschmelzung der mütterlichen und väterlichen Erbanlagen entsteht ein neues Leben.

Durch das Einfrieren der Eizellen im Vorkern-Stadium wird die Zellentwicklung bis zum erfolgreichen Wiederauftauen gestoppt. Dennoch tragen diese Eizellen bereits alle Anlagen für ein neues menschliches Leben in sich. Und genau deshalb erfordert der Umgang mit Eizellen im Vorkern-Stadium auch besondere Sensibilität. Beispielsweise müssen immer beide Partner gemeinsam zustimmen, wenn eine Zelle aufgetaut und transferiert werden soll.

Kryo-Embryotransfer-Zyklus oder Auftauzyklus

Nach dem Auftauen werden zwei bis drei Eizellen im Vorkern-Stadium zu Embryonen kultiviert und in die Gebärmutterhöhle eingebracht (Embryotransfer). Den hieraus resultierenden Behandlungszeitraum bezeichnet man als Kryo-Embryotransfer-Zyklus oder Auftauzyklus.

Damit sich der Embryo erfolgreich in der Gebärmutter einnisten kann, muss die Gebärmutterschleimhaut ausreichend dick sein. Für den Aufbau sorgen natürliche Östrogene, die zu Beginn des Behandlungszyklus eingesetzt werden. Die Eierstöcke bleiben dadurch inaktiv und bilden in diesem Behandlungszyklus keine Follikel. Sobald die Gebärmutterschleimhaut eine ausreichende Dicke erreicht hat, wird zusätzlich das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron verabreicht. Dies geschieht meist in Form von Tabletten oder Scheidenzäpfchen.

Im Anschluss kann dann der beste Zeitpunkt für den Embryotransfer festgelegt werden. Nach 14 weiteren Tagen wird geprüft, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Die Schwangerschaftsraten im Kryo-Embryotransfer-Zyklus liegen – bezogen auf die Anzahl der eingesetzten Embryonen – etwas niedriger als im Stimulationszyklus mit Follikelpunktion.

Kosten

Die Kosten der Kryokonservierung von Sperma belaufen sich auf rund 350 €*, Kryokonservierung von Eizellen im Vorkernstadium und Kryokonservierung unbefruchteter Eizellen (Eizell-Banking) je ca. 420 €* und die Kosten vom Kryo-Transfer-Zyklus (Auftauzyklus) etwa 700 €*. Dieses wird zurzeit nicht von gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.

*Die Kostenangaben sind als Richtwerte zu verstehen. Im Einzelfall können entstehende Kosten abweichen. Sollten Sie diesbezüglich eine individuelle Beratung wünschen, wird Ihnen unsere Abrechnungsabteilung gerne weiterhelfen. Setzen Sie sich bitte mit unserer Abrechnungsabteilung in Verbindung.

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