• + + + Nächster Info-Abend im FCH: Mittwoch, 23.05.2012, Beginn: 18:00 Uhr, FCH Praxisklinik, Speersort 4, Anmeldung hier oder unter Tel.: 040 / 30 80 46 10 + + + 
Ihr Weg zum eigenen Kind
Diagnostik

Polkörperdiagnostik (PKD)

Jedes Paar wünscht sich nichts sehnlicher, als ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Doch gerade wenn die Partner vielleicht etwas älter sind, kommt die Frage auf: Gibt es ein Risiko für das Kind? Mit der Polkörper-Diagnostik (PKD) – genauer: Polkörper-Genetische-Diagnostik – bieten wir ein Testverfahren auf Anomalien der mütterlichen Eizelle.

Als erstes Zentrum in Hamburg hat das FCH bereits 2003 die PKD etabliert. Eine Diagnostik, die seither in unserer Kinderwunschklinik rund 3.500 Mal erfolgreich durchgeführt wurde.

Unsere langjährige Erfahrung bestätigt es: Die PKD hat eine positive Auswirkung auf den Schwangerschaftsverlauf bei Frauen über 35 Jahren!

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg einer Schwangerschaft hat die Eizelle. Wenn die Frau älter wird, steigt aber die Zahl der Eizellen, deren Erbgut (Chromosomen) Fehlverteilungen aufweist. Diese Eizellen nisten sich jedoch häufig gar nicht erst in die Gebärmutter ein oder führen zu einer frühen Fehlgeburt. Nur wenige Embryonen mit chromosomaler Fehlverteilung erreichen Lebensfähigkeit. Die häufigste Chromosomen-Anomalie ist die Trisomie 21, die Kinder haben das so genannte „Down Syndrom“ (früher auch „Mongolismus“ genannt).

Mit der PKD können Chromosomen-Fehlverteilungen in der Eizelle erkannt werden. Die Polkörper-Diagnostik wurde entwickelt, um für den späteren Transfer in die Gebärmutterhöhle Eizellen mit Fehlverteilungen der Chromosomen von gesunden Eizellen zu unterscheiden, so dass nur letztere später in die Gebärmutter transferiert werden. Damit ist diese Methode insbesondere für Frauen über 35 geeignet, gleichzeitig aber auch für Frauen, die wiederholt Fehlgeburten erlitten haben.

Die Polkörper sind Abschnürungen aus der Eizelle und entstehen während der Reifeteilung, werden aber für die spätere Entwicklung des Embryos nicht benötigt. Sie enthalten ein Spiegelbild des Erbgutes der Eizelle – also in der Regel auch Hinweise auf dessen Fehlverteilungen. Für die PKD werden die Polkörper der Eizelle entnommen und acht der Chromosomen (Chromosom X, 13, 15, 16, 17, 18, 21, 22) auf Fehlverteilungen geprüft. Störungen dieser Chromosomen können verursachen, dass keine Schwangerschaft oder eine frühe Fehlgeburt eintritt oder zur Geburt eines kranken Kindes führen. Aus technischen Gründen ist es derzeit nicht möglich, mehr als die acht genannten Chromosome gleichzeitig zu untersuchen. Diese repräsentieren jedoch etwa 80% der möglichen Chromosomen-Fehlverteilungen.

Mit Hilfe „genetischer Sonden“ werden die acht ausgewählten Chromosomen im präparierten Polkörper markiert. Die so genannte FISH-Technik [ Link zu „Spermien-FISH-Analyse“] (nach Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) macht dabei die Anzahl der Chromosomen sichtbar. So wird es möglich, Fehlverteilungen zu erkennen und diejenigen Eizellen für einen späteren Transfer auszuwählen, die eine normale Ausstattung für die acht untersuchten Chromosomen aufweisen.

Wann ist eine PKD für uns sinnvoll?

Im Sinne des Embryonenschutzgesetzes untersucht eine PKD die gerade befruchtete Eizelle. Dies ist noch kein Embryo, da die mütterlichen und väterlichen Erbanlagen noch nicht miteinander verschmolzen sind. Die PKD der Eizelle prüft dementsprechend nur die mütterlichen Chromosomen, das Ergebnis bezieht sich deshalb auch nicht auf die Erbanlagen des Vaters. Allerdings können mit der FISH-Technik gegebenenfalls auch im Vorwege die Samenzellen auf Chromosomen-Fehlverteilungen untersucht werden. Eine PKD ist sowohl bei der IVF- als auch bei der ICSI-Methode möglich. In seltenen Fällen wird die Eizelle bei der Entnahme der Polkörper verletzt und kann nicht mehr transferiert werden. Ebenfalls sehr selten wird durch Schwierigkeiten bei der Präparation der Polkörper kein auswertbares Ergebnis für die Chromosomen-Untersuchung erzielt.

Die Entscheidung für eine PKD ist für jedes Paar eine ganz persönliche Frage. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber.

Im Folgenden können wir nur einige ganz allgemeine Empfehlungen geben.

Etwa ab dem 35. Lebensjahr stellt die PKD eine empfehlenswerte Untersuchungsmethode dar, denn die Zahl der Chromosomen-Fehlverteilungen bei Frauen über 35 Jahren steigt deutlich an. Mit dem 40. Lebensjahr weisen bereits etwa 75 bis 80% der Eizellen eine Chromosomen-Fehlverteilung auf. Durch den Einsatz einer PKD steigt die Chance auf eine normale Schwangerschaft.

Auch für jüngere Frauen ist dann ein deutlicher Vorteil zu erwarten, wenn nach zwei bis drei IVF/ICSI-Versuchen keine Schwangerschaft eingetreten ist oder die Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt endete. Bei diesen Patientinnen finden sich Chromosomen-Fehlverteilungen von über 50% der Eizellen. Durch die PKD wird die Auswahl normaler und gesunder Eizellen verbessert. Und dadurch ist eine höhere Schwangerschafts- und Geburtenrate zu erwarten.

Kosten

Die Kosten der PKD liegen bei ca. 500–1.500 €* (ist abhängig von der Zahl der untersuchten Eizellen, durchschnittlich jedoch rund 1.000 €*), sie werden zurzeit nicht von gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.

* Die Kostenangaben sind als Richtwerte zu verstehen. Im Einzelfall können entstehende Kosten abweichen. Sollten Sie diesbezüglich eine individuelle Beratung wünschen, wird Ihnen unsere Abrechnungsabteilung gerne weiterhelfen. Setzen Sie sich bitte mit unserer Abrechnungsabteilung in Verbindung.

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