• + + + Nächster Info-Abend im FCH: Mittwoch, 01.06.2016, Beginn: 18:00 Uhr, FCH Praxisklinik, Speersort 4, Anmeldung hier oder unter Tel.: 040 / 30 80 46 10 + + +
Ihr Weg zum eigenen Kind
Diagnostik

PID

Gesetzliche Voraussetzungen

Das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs vom 06.07.2010 hat klargestellt, dass auch in Deutschland die Möglichkeit besteht, frühe Embryonen auf schwerwiegende genetische Schäden zu untersuchen, die nicht durch chromosomale Fehlverteilungen in den Eizellen verursacht sind. Dazu gehören beispielsweise Chromosomen-Translokationen (Stückaustausch zwischen verschiedenen Chromosomen) bei den männlichen Partnern, die zu Fehlgeburten führen können. Grundsätzlich bietet diese Methode ebenfalls die Möglichkeit, bestimmte schwere genetische Erkrankungen (sog. monogene Krankheiten, durch Veränderung eines bekannten Gens verursacht) in den betroffenen Embryonen vor der Rückführung in die Gebärmutter zu erkennen.

Eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes ebnete den Weg für die offizielle Einführung der PID in Deutschland für bestimmte Fälle. Die zugehörige Ausführungsverordnung regelt die Bedingungen, auf Grund derer ausgewählte Kinderwunschzentren in Kooperation mit einem Genetischen Zentrum die behördliche Zulassung zur Durchführung von PID erhalten. Diese Zulassung erstreckt sich zunächst auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Beide Kooperationspartner müssen dazu höchste Qualitätsstandards in ihren jeweiligen Fachrichtungen erfüllen. Sechs norddeutsche Länder (Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) haben sich als erste innerhalb der BRD auf eine gemeinsame PID-Ethik-Kommission mit Sitz in Hamburg geeinigt. Pro Land kann je ein PID-Zentrum eine Zulassung bekommen.

Das FCH erhielt in Kooperation mit dem MVZ genteQ (Labor Prof. Held) zum 14.02.2014 die erste Zulassung in Deutschland.

Mit der PID können wir auch Risikopatienten helfen, die ein genetisch bedingtes hohes Risiko für Fehl- oder Totgeburten oder bestimmte monogene Erbkrankheiten tragen.

Vorgehen durch die Patienten

  1. Jedes Paar, das eine PID für sich in Anspruch nehmen möchte, muss offiziell bei der PID-Ethik-Kommission einmalig die Befürwortung und Indikationsbestätigung für seinen Fall einholen (Formular zur Antragsstellung unter: http://www.aerztekammer-hamburg.org/pid_kommission nord.html). Den Antrag stellt immer die Frau, die Bearbeitung ist kostenpflichtig. Drei Wochen vor der anberaumten Sitzung der PID-Kommission (nächster Termin: 12. Oktober 2015) müssen alle Unterlagen bei der Kommission vorliegen. Nur bei positivem Votum darf ein PID-Zentrum dann für diese Patienten tätig werden. Vor Antragsstellung sind dazu ein humangenetisches Gutachten über die vorliegende Erkrankung bzw. das genetische Risiko einzuholen und eine dokumentierte Beratung über die PID und ihre Auswirkungen zu absolvieren. Das in Frage kommende PID-Zentrum muss zusätzlich bestätigen, dass das Paar mit seinem spezifischen Problem behandelt werden kann. Unter Umständen kann die PID-Kommission zusätzlich auf einer Anhörung der Betroffenen bestehen.
  2. Wenn Sie sich für die Durchführung einer PID interessieren, senden Sie uns bitte zur Vorbereitung Ihres Gesprächstermins eine Mail mit den Gutachten/Befunden zu Ihrer Erkrankung unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Kontaktadresse mit Telefonnummer an: hannelore.herrmann(at)amedes-group.com / Sarah.Nehrkorn(at)amedes-group.com.. Bei spezifischen Fragen können Sie uns auch gerne telefonisch kontaktieren unter 040 - 308 04 520 / 521.

Ablauf der eigentlichen Behandlung

Um nach einem positiven Bescheid die Methode erfolgreich anwenden zu können, müssen bei der Frau - nach hormoneller Stimulation der Eierstöcke - eine Mindestanzahl von Eizellen gewonnen werden können, die sich auch gut befruchten und entwickeln. Das Vorgehen ist das gleiche wie für "normale" Kinderwunschpatienten (siehe entsprechende Kapitel zu Therapien). Aus technischen Gründen ist allerdings die Befruchtung mit Hilfe der ICSI vorzuziehen.

Am fünften Kulturtag kann in der Regel den entstandenen Embryonen ein kleiner Anteil an Zellen (so genannte Trophektodermzellen) - die nicht zu dem Teil des Keimlings gehören aus dem sich ein Kind entwickeln könnte - entnommen und entsprechend untersucht werden. Diese genetischen Spezialuntersuchungen sind teilweise sehr umfangreich und zeitaufwändig, so dass die Embryonen gewöhnlich nach der Zellentnahme tiefgefroren (vitrifiziert) werden bis das Ergebnis vorliegt. In einem Auftauzyklus ohne hormonelle Stimulation können die als geeignet diagnostizierten Embryonen dann in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Derzeit sind als Methoden im FCH etabliert und bereits erfolgreich erprobt:

  1. Chromosomale Fehlverteilungen: reziproke Translokationen, Robertson-Translokationen mittels Array-CGH und / oder FISH

  2. Monogene Erkrankungen auf Nachfrage: Voraussetzung ist immer, dass ein etablierter Test auf diese Erkrankung verfügbar ist

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